Mit 45 Knoten nach Menorca
Als ich mich vor ein paar Monaten dazu entschlossen habe, eine Woche mit guten Freunden auf einer Segelyacht im Mittelmeer zu verbingen, war mir nicht bewusst, was mich alles erwarten wird.
Mit einem Billigflug reiste ich letzten Sonntag nach Palma, wo wir nach kurzem Durchkämpfen des Ballermantourismus, von unserem Shuttlebus an den Hafen transportiert wurden. Nach Übernahme unserer Bavaria 44-Segelyacht, machten wir uns am nächsten Morgen auf, zum 35 Seemeilen entfernten Menorca. Doch bereits nach zwei Stunden wurde unsere 8 köpfige Crew auf die Porbe gestellt. Shotriss am Vorsegel! Nach einem hecktischen Einholmanöver und kurzem aber heftigen Fluchen, entschlossen wir uns, wieder an unserem Ausgangshafen zurückzufahren.
Die Reparatur kostete uns einen Tag, welchem wir aber erholsam-produktiv mit Baden in einer abgelegenen Bucht nutzten. Die anschliessende Überfahrt verlief mehr oder wengiger unspektakulär. Unsere Mission in dieser Woche: Entdeckung der schönsten und abgelegensten Buchten zwischen Mallorca und Menorca, konnte weitgehend erfüllt werden. Nebst dem teils heftigen Wellengang, welche einzelnen Crewmitglieern derart zusetzte, dass das eingenommene Mittagessen auf direktem Weg oral und halbverdaut ins Meer verteilt wurde, ist auch der Erfolg unserer Angelbeühungen zu erwähnen, bei der wir einen kleinen Tohnfisch fingen.
Persönlich hat mich am meisten beeindruckt, dass wir am einem Tag während drei Stunden einem Sturm mit über 45 Konten (Windstärke 8) trotzten. Trotz Reduktion der beider Selgel auf ein Minimum, drohte Anika, so der Name des Schiffs, ein paar Mal zu kippen. Auf Grund der Souveränität unseres Skippers, wurde aber auch diese Herausforderung bravorös gemeistert. Beeindruckend!
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